28 Aug 2009

Wolfgang Müller erhält Karl-Sczuka-Preis 2009

Wolfgang-Mueller-Preisverleihung
Wolfgang Müller, Ausstellungsansicht Kunsthaus Erfurt, 2009

Wolfgang Müller erhielt den Karl-Sczuka-Preis

Für seine, im Juni 2009 im Kunsthaus Erfurt zu hören gewesene, Audioarbeit „Silance Vocibus Avium“. Der Karl-Sczuka-Preis 2009 für Hörspiel als Radiokunst ist mit 12.500 Euro dotiert. Der Karl-Sczuka-Preis gilt als international bedeutende Auszeichnung für avancierte Werke der Radiokunst.
Er wird jährlich an die „beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturen benutzt“, verliehen. Insgesamt sind 88 Wettbewerbsbeiträge aus 16 Ländern eingereicht worden, davon 40 freie Autorenproduktionen. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober als öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2009 statt.

Begründung der Jury
„Wissenschaftliche Beschreibungen ausgestorbener Vogelarten und ihrer Stimmen nimmt der Künstler und Feldforscher Wolfgang Müller zum Ausgangspunkt seines Hörwerks Silance vocibus avium. Aus der aussterbenden Form eines Rundfunkvortrags entwickelt er eine zunächst nüchtern anmutende Textstruktur, um die Sätze dann auf spielerische Weise in Wortreihen und Bedeutungsfelder zu überführen. Damit wird die Aufmerksamkeit vom ursprünglichen Kontext der zoologischen Darstellung gelöst und auf poetische Klang und Bedeutungsreize der einzelnen Vokabeln gelenkt. Vogelnamen, exotische Lebensräume und die verbalen Notationen von Lautäußerungen schaffen weite Imaginationsfelder in den elf Textpassagen, auf die jeweils eine betörende Rekonstruktion von verlorenen Vogelstimmen durch menschliche Interpreten folgt. Silance vocibus avium bezaubert durch seine Lust am Erfinden von Wirklichkeiten.“ Über die Preisvergabe hat eine unabhängige Jury entschieden. Mitglieder waren die Publizistin, Literaturwissenschaftlerin und ehemalige Kulturstaatsministerin Christina Weiss (Vorsitz), der Schriftsteller Marcel Beyer, der Komponist Helmut Oehring, der Literaturwissenschaftler Klaus Ramm sowie die Journalistin und Musikwissenschaftlerin Margarete Zander.

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Ausstellungsansicht Kunsthaus Erfurt, Juni 2009, Detail