7 Nov 2011

RMX

RMX

Jürgen Schneider – RMX
Lesung
Montag, 7. November 2011, 20 Uhr

präsentieren von Kunsthaus Erfurt und hEFt

In Jürgen Schneiders vor allem aus Zeitungsausschnitten collagierten Debütroman gibt es keinen kohärenten Handlungsfortgang, keine anschaulich gemachten Figuren, kein Happy End. In diesem Remix aus Textbruchstücken reist ein geschlechtlich nicht bestimmtes Ich durch die von der Krise geschüttelten USA, treibt sich in Zürich, M?nchen, Berlin, Bayreuth und Salzburg, in Indien, Nordkorea, Grönland, in der Ukraine, in Italien und Dubai herum, trifft beim Picknick Ex-Kanzler Kohl und Banker Ackermann, besucht in Wien die Toten und lässt sich in Südamerika den Kalender der Maya erklären.
In einem rasanten Assoziationsgalopp geht es um den Kunstmarkt, die Ware Kunst und um Künstler (von John Constable über van Gogh bis zu Jonathan Meese, Andreas Gursky, Damien Hirst, Ai Weiwei und Sigmar Polke), um urbane Tristesse, Elend, Streik, um die Linke und Globalisierungsgegner, Revolution und Terror, um Mode, Cocooning, Wellness und Yoga, um Literatur in ihrer marktkonformen Ausprägung, um das Internet, ums Essen und gar um Staubsauger.
In der atemberaubenden Raserei finden sich philosophische Anspielungen (auf Platon, Kant, Marx, Adorno, Benjamin, Heidegger, Agamben) ebenso wie zahlreiche popkulturelle Verweise (z. B. auf Madonna, Lady Gaga, Grace Jones, Amy Winehouse, auf Lou Reed, Blixa Bargeld, John Zorn, Kraftwerk, The Residents).
In RMX verschieben und vermischen sich die vom Yellow-Press-Trash bis hin zum Wissenschaftsjargon reichenden Sprachebenen ständig. Hinein montiert sind zudem: ein langes Interview (über die Möglichkeiten der Kunst), ein Auszug aus einem weiteren, in Irland angesiedelten Roman sowie das Fragment eines Theaterstückes über den Krieg in Afghanistan. Als Subtext fungieren Fußnoten von oft epischem Ausmaß, Fundgruben des Irrsinns, erkenntniserweiternd und lehrreich

Jürgen Schneider, RMX. Roman. Karin Kramer Verlag, Herbst 2011

Jürgen Schneider, geb. 1952 in Wiesbaden, lebt in Düsseldorf, das er deswegen schätzt, weil man von dort schnell weg kommt;
er ist Übersetzer, u. a. von Hakim Bey, Vera Broido, Micky Donnelly, Anne Enright, Sean McGuffin, Seamus Heaney, Jack Hirschman, Keith Ridgway, Howard Zinn, Ruth Weiss, Boris Kagarlitsky. Derzeit übersetzt er das Buch Lenin reloaded (hrsg. von Slavoj Zizek u. a.), das im Frühjahr 2012 im Laika Verlag, Hamburg, erscheinen wird.
Herausgeber: u. a. von Irrlandt, Ireland, Irland und Europa Erlesen: Belfast; in Vorbereitung: Europa Erlesen: Cork
und Autor: u. a. James Joyce in Wiesbaden; mit Hans-Christian Oeser und James Joyce. Leben, Werk, Wirkung
Jürgen Schneider schreibt regelmäßig f?r die junge Welt sowie für ostblog.de.
Über seine Kindheit schrieb er unter der Überschrift „Stalingrad oder wie wir lernten, Nivea zu lieben“ in dem von Bernd Kramer und Erik Steffen edierten Sammelband Pechschwarze Pädagogik (Karin Kramer Verlag, Berlin, 2011).
Sein erster Roman mit dem Titel RMX erschien Anfang Oktober 2011 ebenfalls im Karin Kramer Verlag.
www.juergen-schneider.org