14 Okt 2013

Heute: Die Folgen des Schweigens

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Podium mit Dr. Annette Leo (Historikerin und freie Publizistin, Berlin) und Toralf Staud (freier Journalist und Buchautor, Berlin)
Einführung und Moderation Prof. Alexander Thumfart (Staatswissenschaftler, Universität Erfurt)
Montag, 14. Oktober  2013, 19:30 Uhr im Kunsthaus Erfurt

Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen, Stiftung Ettersberg und Erinnerungsort Topf & Söhne.
(Ver)Schweigen ist Teil unserer Geschichte und Kultur. Bis heute ist immer wieder die Forderung nach einem „Schlussstrich“ zu hören, wenn die nationalsozialistischen Verbrechen thematisiert werden. Andererseits: Je länger der Zweite Weltkrieg zurückliegt, umso mehr beschäftigt er die Deutschen. Nicht wenigen Angehörigen der Kriegskindergeneration wird erst im Alter bewusst, in welchem Ausmaß der Krieg, die Vertreibung und die Massenverbrechen im deutschen Namen in ihrem Leben Spuren hinterlassen haben.
Die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen, die Stiftung Ettersberg und die Gedenkstätte „Topf & Söhne“ werden  den Fragen nachgehen, welche Dimension das Schweigen nach dem Zweiten Weltkrieg hatte und was dies für die (ost)deutsche Nachkriegsgesellschaft bedeutete. Inwieweit zogen die Herrschenden in der DDR ihre Legitimation aus dem Sprechen über die Zeit des Nationalsozialismus? Und wurde in den beiden deutschen Staaten nach 1945 eigentlich anders geschwiegen?

Erst während der Friedlichen Revolution 1989 fanden viele Menschen ihre Stimme wieder. In den Kirchen, auf den Demonstrationen und während der „Stadthallengespräche“ wurde miteinander gesprochen. Danach setzte oft wieder eine Zeit des Schweigens ein: Eltern, die über ihr Leben in der DDR schwiegen, Kinder, die das Nachfragen scheuten. Sprachlos betrachten sie gemeinsam die Auswirkungen der wiedervereinigten deutschen Gesellschaft.

www.boell-thueringen.de, www.stiftung-ettersberg.de, www.topfundsoehne.de