1 Apr 2009

Lela

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Martin Pfeifle

17. März – 9. April 2009

Auch wenn der passionierte Heimwerker Martin Pfeifle überzeugt sein mag, seine Ein- und Umbauten verdankten sich allein praktischen Notwendigkeiten, könnte alles immer auch ganz anders aussehen. Dass es eine Form des rein Funktionalen nicht gibt und jeder Konstruktion ästhetische Kriterien zugrunde liegen, ist spätestens mit der „formfollows-function“ Debatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts geklärt. Wer sich mit beliebten Renovierungshelfern wie Holzpanelen, Gipskarton, Haushaltslack, Teppichfliesen, Folien, Spanplatten, Styropor, Neonröhren usw. ans Werk macht, steht vor formalen Entscheidungen, – ob er sich der Verquickung von Konstruktion und Ornament bzw. Design bewusst ist oder nicht. Als Bildhauer arbeitet Martin Pfeifle mit eben diesen handelsüblichen Bau-Stoffen. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme des Raumes – seinen formalen Gegebenheiten, seiner Atmosphäre – interessieren ihn Materialeigenschaften und Konstruktionsprinzipien als Parameter der künstlerischen Idee. In seinen großformatigen Arbeiten erzeugen modular entwickelte Formen mit meist selbsttragenden Steck- und Stützverbindungen serielle Verläufe und Rasterungen auf den Oberflächen. Dabei suggerieren Präzision und Plausibilität der gebauten Strukturen eine Leichtigkeit, mit der die sperrige Grundkonstitution der Materialien zurück tritt hinter ein offenes, lichtdurchlässiges Gefüge aus Positiv- und Negativformen, das vom Monumentalen wie vom Ephemeren gleich weit entfernt liegt.
Vielleicht verdankt sich der Eindruck des Transitorisch-Luziden auch der Art und Weise, wie Martin Pfeifles Werke den Raum stets mitdenken, ohne mit ihm zu verschmelzen. Der Künstler nutzt den Raum als Bühne für den Auftritt des Konstruktiven, das seine angestammte (pseudo)funktionale Sphäre verlassen hat, um unerschlossene Daseinsformen zu erproben und Bilder zu erzeugen. Wenn er dabei das Material ebenso wie die Konstruktion bis an die Grenzen zum Bersten und Kippen und darüber hinaus belastet, entsteht ein besonderes Moment des Innehaltens: Ein Zustand zwischen Stabilität und Zusammenbruch, in dem unter künstlerischer Regie maximale Spannung und konzentrierter Stillstand zusammenfallen. Mit dieser Behauptung der künstlerischen Arbeit als autonomer Geste erfolgt so über die Transformation des Materials wie des Raumes hinaus eine befreiende Deklaration von offenen Gestaltungs- und Handlungsspielräumen, die weniger in einem unmittelbar wörtlichen Sinne denn in einem übertragenen Sinne zu verstehen sind.

Gudrun Bott

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Ausstellungsansicht, LELA, Martin Pfeifle, hilite, Kunsthaus Erfurt, 2009, Foto: Martin Pfeifle

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Ausstellungsansicht, LELA, Martin Pfeifle, Fluolux, Kunsthaus Erfurt, 2009, Foto: Martin Pfeifle

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Ausstellungsansicht, LELA, Martin Pfeifle, FOTOFOTO, Kunsthaus Erfurt, 2009, Foto: Martin Pfeifle

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Ausstellungsansicht, LELA, Martin Pfeifle, edition lela, Kunsthaus Erfurt, 2009, Foto: Martin Pfeifle

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Ausstellungsansicht, LELA, Martin Pfeifle, strip, Kunsthaus Erfurt, 2009, Foto: Martin Pfeifle

MODE TRIFFT KUNST
Im Rahmen der aktuellen Ausstellung? LELA des Künstlers Martin Pfeifle im Kunsthaus Erfurt fand ein Fotoshooting der beiden jungen Thüringer Modelabels Punktata aus Erfurt und eigenartig.es aus Weimar statt.
Die zwei innovativen Thüringer Modelabels gehen die symbiotische Verbindung von zeitgenössischer Kunst Die Einfuhrung des Live-Roulettes hat dafur gesorgt, dass diese Sorgen in den Kopfen keine Rolle mehr spielen. und Mode ein. Beide arbeiten bei Ihren Kollektionen an der Schnittstelle von Kunst und Mode.

Punktata

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Punktata feat. Martin Pfeifle, Kunsthaus Erfurt, 2009, Fotograf: Max Albrecht

Die Gestaltung der Schals, Taschen und Stoffe von Punktata sind grafisch elegant bis farbig poppig. Punktata ist spontan, druckfrisch und vielfältig, ist Textildesign und Projektarbeit, ist ein Label, Ideenschmiede und Hersteller von Schmuckstücken, kleidenden und funktionellen Accessoires, im Handsiebdruck veredelten Stoffen für Bekleidung und Raum, hergestellt in Kleinserien, limitierten Auflagen und Unikaten. 2007 gegründet, schöpft das Label der Dipl. Textildesignerin Anne.tt Schneider aus der Ruhe der Stadt Erfurt, macht sich auf ins Getümmel anderer Städte und in verschiedene Projekte. Punktata is marked with dots or tiny spots Ta-ta! Ta-love!

Punktata // Textil- und Flächendesign, Anne Schneider, Hopfengasse 1a, 99084 Erfurt
www.punktata.de, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr


eigenartig.es

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eigenartig.es feat. Martin Pfeifle, Kunsthaus Erfurt, 2009, Fotograf: Max Albrecht

Die Stylings von eigenartig.es erinnern an Duane Hansons lebensgroße Figuren auf Speed. Das 2007 von Ann-Kathrin Rudorf gegründete Label eigenartig.es macht Mode, Modeveranstaltungen und Modefotografie. Das Anliegen der gelernten Bekleidungstechnikerin und Mediendesginstudentin ist es, Mode als allumfassendes kulturelles Phänomen sowie als einen zentralen Teil unseres kulturellen Alltags darzustellen. In den Veranstaltungen soll nicht nur die Interdisziplinarität von Mode betont werden, sondern die Verbindung zwischen Mode und Kultur praktiziert werden. eigenartig.es strickt Netzwerke und verbindet Netzstrümpfe.

eigenartig.es // Für die Entfaltung der eigenen Art und eigenständiges Denken, Ann-Kathrin Rudorf,
Rudolf-Breitscheid-Straße 4a, 99423 Weimar, www.eigenartig.es, www.myspace.com/eigen_art_ig

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