{"id":2480,"date":"2016-11-25T22:21:43","date_gmt":"2016-11-25T20:21:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=2480"},"modified":"2016-11-30T01:12:47","modified_gmt":"2016-11-29T23:12:47","slug":"welt-am-rand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=2480","title":{"rendered":"WELT AM RAND"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?attachment_id=2481\" ><img src=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/web-kh-Karte-Front-Welt.jpg\" alt=\"\" width=\"382\" height=\"539\" class=\"alignnone size-full wp-image-2481\" \/><\/a>\n<h3><span style=\"color: #808080;\">Madeleine Boschan, Manfred Hausmann, Jens Hausmann, <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\">Ruprecht von Kaufmann, Moritz Schleime, Philip Topolovac<\/span><\/h3>\n<p>25.10. \u2013 25.11. 2016<br \/>\nEr\u00f6ffnung: Freitag, 21. Oktober 2016, 20 Uhr<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Einf\u00fchrung: Prof. Dr. Kai Uwe Schierz, Direktor der Kunstmuseen der Stadt Erfurt<br \/>\nKuratiert von Jens Hausmann.<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?attachment_id=2511\" ><img src=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/kh-web-marcel_krummrich-7847.jpg\" alt=\"\" width=\"496\" height=\"331\" class=\"alignnone size-full wp-image-2511\" \/><\/a>\n<p>Ausstellungsansicht WELT AM RAND, Galerie Kunsthaus Erfurt<br \/>\nFoto: Marcel Krummrich<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?attachment_id=2512\" ><img src=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/kh-web-marcel_krummrich-7867.jpg\" alt=\"\" width=\"496\" height=\"331\" class=\"alignnone size-full wp-image-2512\" \/><\/a>\n<p>Ausstellungsansicht WELT AM RAND, Galerie Kunsthaus Erfurt<br \/>\nFoto: Marcel Krummrich<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?attachment_id=2513\" ><img src=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/kh-web-marcel_krummrich-7874_HDR.jpg\" alt=\"\" width=\"496\" height=\"308\" class=\"alignnone size-full wp-image-2513\" \/><\/a>\n<p>Ausstellungsansicht WELT AM RAND, Galerie Kunsthaus Erfurt<br \/>\nFoto: Marcel Krummrich<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?attachment_id=2514\" ><img src=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/kh-web-marcel_krummrich-7894.jpg\" alt=\"\" width=\"496\" height=\"331\" class=\"alignnone size-full wp-image-2514\" \/><\/a>\n<p>Ausstellungsansicht WELT AM RAND, Galerie Kunsthaus Erfurt<br \/>\nFoto: Marcel Krummrich<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?attachment_id=2515\" ><img src=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/kh-web-marcel_krummrich-7901.jpg\" alt=\"\" width=\"331\" height=\"496\" class=\"alignnone size-full wp-image-2515\" \/><\/a>\n<p>Ausstellungsansicht WELT AM RAND, Galerie Kunsthaus Erfurt<br \/>\nFoto: Marcel Krummrich<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?attachment_id=2516\" ><img src=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/kh-web-marcel_krummrich-7928.jpg\" alt=\"\" width=\"496\" height=\"325\" class=\"alignnone size-full wp-image-2516\" \/><\/a>\n<p>Ausstellungsansicht WELT AM RAND, Galerie Kunsthaus Erfurt<br \/>\nFoto: Marcel Krummrich<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?attachment_id=2503\" ><img src=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/kh-web-2-marcel_krummrich-7648.jpg\" alt=\"\" width=\"496\" height=\"331\" class=\"alignnone size-full wp-image-2503\" \/><\/a>\n<p>Ausstellungsansicht WELT AM RAND, Galerie Kunsthaus Erfurt<br \/>\nFoto: Marcel Krummrich<\/p>\n<p>Zu sehen sind sechs verschiedene k\u00fcnstlerische Denk-und Arbeitsweisen, die, zusammengefasst, \u00a0in dieser Ausstellung einen Assoziationsraum schaffen, der den Besucher anregen soll, im Betrachten von Kunst \u00fcber Wesenheiten der Zeit, in der wir leben zu reflektieren.<\/p>\n<p>Der Titel ` Welt am Rand \u00b4 umschreibt die zerbrechliche Gef\u00fchlslage in einer Welt der Umbr\u00fcche. Er suggeriert ein r\u00e4umliches Ende, einen Rand von dem man abst\u00fcrzen, ja aus der Welt fallen kann. Sinnbildlich ist ein Gef\u00fchl der Enge gemeint, das Gef\u00fchl zu nahe an den Abgrund gedr\u00e4ngt zu sein. Die Welt schrumpft \u00fcber die extreme Beschleunigung ihrer medialen Vermittlung. Substanzielle Ver\u00e4nderungen, in Form von Entgrenzungen verschiedener Art und teilweise ideologische Hinterfragungen von Identit\u00e4ten, ob kultureller, nationaler oder geschlechtlicher Art, erzeugen bei vielen eher Verunsicherung als Befreiung.<\/p>\n<p>Einige der hier ausgestellten Arbeiten haben ein gewisses Pathos, eine romantische, hintergr\u00fcndige Stimmung. Die kulturgeschichtliche Epoche, die wir als Romantik bezeichnen, ging einher mit der Industrialisierung und war \u00e4hnlich wie heute eine Zeit gewaltiger Umbr\u00fcche. Diese Umbr\u00fcche provozieren auch bei K\u00fcnstlern einen Reflex nach allt\u00e4glichen, vertrauten Dingen zu suchen, die man mit Bedeutung aufl\u00e4dt und so, ernst gemeint oder ironisch, das Profane auf die Ebene des Sublimen steigert.<\/p>\n<p>Die Ausstellung bezeugt dieses als einen reflektierten, also bewussten Weg der Vergewisserung, eine methodische und spielerische Weise der Unsicherheit, welcher Art auch immer, auszuhalten, sich in Beziehung zu setzen und bestenfalls in etwas Neues zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Zu sehen sind z. B. von <strong>Philip Topolovac<\/strong> verrostete Alltagsger\u00e4te in sehr \u00e4sthetischer neuer Verpackung und scheinbar neuem Gebrauch als arch\u00e4ologische Museumsst\u00fccke. Auf <strong>Ruprecht von Kaufmanns<\/strong> gro\u00dfformatigen Gem\u00e4lden beschaut man eine Metaphorik in sehr intensiver und komplexer Dichte. Aus grauen Nebeln treffen in dekonstruierten Raumsituationen, ohne ein klar \u00fcberschaubares Oben und Unten, psychologische Archetypen auf das Personal der Mythen und gro\u00dfen Menschheitserz\u00e4hlungen. Der Th\u00fcringer Maler und Zeichner <strong>Manfred Hausmann<\/strong> zeigt eine Serie trotzig-kleiner Zeichnungen, an denen er (es lebe die Entschleunigung) wochenlang mit Fineliner Punkt f\u00fcr Punkt und Strich f\u00fcr Strich die schwarze Dichte winterlicher, n\u00e4chtlicher Parklandschaften imaginierte. Von <strong>Jens Hausmann<\/strong> sind gro\u00dfe \u00d6lgem\u00e4lde zu sehen, die als Motiv modernistische Betonhoch-h\u00e4user darstellen. Denen aber vor einiger Zeit schon die klare Struktur und Ausstrahlung utopischer Zukunftsentw\u00fcrfe abhandengekommen ist und die nun eher die dunkle Aura von Kafkas Schloss ausstrahlen.<\/p>\n<p>Einer neuen Romantik wird aber in dieser Konstellation nicht \u00fcber die Ma\u00dfen gehuldigt. Die romantischen Verweise der hier beschriebenen K\u00fcnstler sind in der Regel recht cool reflektiert und keine unbedachte Nachahmung der transzendenten Stimmungssuche ihrer Vorg\u00e4nger. Mit der Skulptur der Bildhauerin <strong>Madeleine Boschan<\/strong> gibt es ein ganz klares Bekenntnis zur reinen Form, zu klaren Linien, glatten Fl\u00e4chen, Symmetrie und scharfen Kanten als Form menschlicher Bem\u00fchung dem Un\u00fcbersichtlichen, bedrohlichen Charakter der Natur, Kultur entgegenzusetzen. Der Maler <strong>Moritz Schleime<\/strong> zeigt ein Tableau von 24 Kopfbildern. Man kann diese getrost als eine Auflistung verschiedenartiger, recht unromantischer, malerischer Eskalationen von Bildnissen moderner Personen sehen. Alle diese Nicht-Portr\u00e4ts sind, so weit das \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, ohne einen Anspruch auf ein Ziel hin entstanden, als expressive malerische \u00dcbung am Beginn des Arbeitstages oder am Ende, um die restliche Farbe von der Palette zu kratzen, damit sie \u00fcber Nacht nicht eintrocknet. In der scheinbaren Anspruchslosigkeit des Malers sind diese Bildnisse derart schmerzlich, lustig, grotesk menschlich gearbeitet, aber nicht um Virtuosit\u00e4t bem\u00fcht und doch als Malerei so intensiv, dass dieses Tableau wie eine wahnsinnige Rasterfahndung nach einem Bildnis des modernen Menschen von heute vorkommt. In diesen Bildern ist das Bem\u00fchung und die Suche nach Identit\u00e4t auf fast schmerzhafte Weise sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Ob dabei, wie in allen hier ausgestellten Kunstwerken, Entschl\u00fcsselung oder doch eher eine Verschl\u00fcsselung von Identit\u00e4t stattfindet, ob der Betrachter hier Antworten oder neue Fragen findet, ist wie immer offen, als Prozess f\u00fcr jeden pers\u00f6nlich.<\/p>\n<p>Was bleibt ist die Aufforderung sich auseinanderzusetzen, zu spielen und zu reflektieren. Liebe Leute, wir m\u00fcssen erwachsen werden, lernen uns selber Ernst zunehmen und die Welt zu erfinden.<\/p>\n<p>Jens Hausmann 2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Madeleine Boschan, Manfred Hausmann, Jens Hausmann, Ruprecht von Kaufmann, Moritz Schleime, Philip Topolovac 25.10. \u2013 25.11. 2016 Er\u00f6ffnung: Freitag, 21. 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