{"id":2897,"date":"2019-01-25T00:35:10","date_gmt":"2019-01-24T22:35:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=2897"},"modified":"2019-01-21T01:28:54","modified_gmt":"2019-01-20T23:28:54","slug":"artist-talk-mit-robert-seidel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=2897","title":{"rendered":"ARTIST TALK mit ROBERT SEIDEL"},"content":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?attachment_id=2899\" ><img src=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/kh-web-artist-talk-vqcP3inF.jpg\" alt=\"\" width=\"383\" height=\"215\" class=\"alignnone size-full wp-image-2899\" \/><\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Freitag, 25. Januar 2019, 19 Uhr<\/p>\n<p>Zur Finissage der Ausstellung \u00bbIOR &#8211; Index of Refraction\u00ab findet ein K\u00fcnstlergespr\u00e4ch mit Robert Seidel in der Galerie im Kunsthaus Erfurt statt. Hierzu laden wir herzlich ein. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um rechtzeitige Anmeldung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Robert Seidel<\/strong><\/p>\n<p>*1977 in Jena, studierte Mediengestaltung an der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar. Seine Projektionen, Installationen und Experimentalfilme wurden auf zahlreichen internationalen Festivals, in Galerien und Museen, so unter anderem dem Royal Museum of Fine Arts Antwerp, Palais des Beaux-Arts Lille, ZKM Karlsruhe, Art Center Nabi Seoul, Museum of Image and Sound Sao Paulo, Young Projects Los Angeles, MOCA Taipeh oder im Deutschen Pavillon der EXPO 2017 in Astana, Kasachstan gezeigt.<br \/>\nSeine Arbeiten wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, so dem Ehrenpreis der KunstFilmBiennale K\u00f6ln, dem Visual Music Award Frankfurt und dem Preis f\u00fcr den besten Experimentalfilm auf dem Ottawa International Animation Festival.<\/p>\n<p>In seinen Arbeiten interessiert sich Robert Seidel f\u00fcr die Grenzerweiterung von abstrahierter Sch\u00f6nheit durch visuelle und wissenschaftliche Techniken und der daraus resultierenden emotionalen Wahrnehmung. Im organischen Zusammenspiel verschiedener struktureller, r\u00e4umlicher und zeitlicher Konzepte erzeugt er eine in sich st\u00e4ndig transformierende Komplexit\u00e4t. Deren mehrfach facettierte Perspektive fungiert als narratives Grundger\u00fcst, welches sich mit den pers\u00f6nlichen Erinnerungen der Zuschauer zum eigentlichen Kunstwerk verbindet.<\/p>\n<p>Seit seinem Diplom an der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar arbeitet Seidel an der Aufl\u00f6sung von kunsthistorischen Gattungsgrenzen. Aus der anf\u00e4nglichen Skizze, oft auf Papier, entwickeln sich experimentelle Filme, virtuelle und reale Skulpturen, Videoinstallationen, Laserzeichnungen, Mikroskopaufnahmen und gro\u00dfformatige Projektionen auf Architektur sowie Natur. L\u00e1szl\u00f3 Moholy-Nagy, Bauh\u00e4usler der ersten Generation formulierte es vision\u00e4r: \u00bbdie ultimative kinetische Skulptur w\u00e4re eine virtuelle Struktur\u00ab<sup>1<\/sup>. Seidel l\u00f6st diese Maxime, dank des fortschreitenden Durchwachsens der Gesellschaft mit erschwinglicher Technologie, ein.<\/p>\n<p>Mit der dreiteiligen Arbeit <em>IOR \u2013 Index of Refraction<\/em> im Kunsthaus Erfurt widmete er sich nun erstmalig dem Thema <em>Augmented Reality,<\/em> erweiterte Realit\u00e4t, kurz AR. Bei dieser Technik wird ein Smartphone oder Tablet verwendet, um digitale beziehungsweise virtuelle 3D-Informationen mit dem (realen) Bild der ger\u00e4teeigenen Kamera zu \u00fcberlagern. Der Betrachter hat so die M\u00f6glichkeit ein virtuelles 3D-Objekt im realen, dreidimensionalen Raum zu erkunden.<\/p>\n<p>Durch die R\u00fcckkopplung der Kameraansicht mit der Bewegung der eigenen Hand wird die skizzenhafte \u00dcberformung der Umwelt durch das eigene, vertraute Smartphone direkt nachvollziehbar. Mit der Arbeit umschifft Seidel die Mechaniken k\u00fcnstlicher Verknappung am Kunstmarkt und erlaubt es, dass sich das Kunstwerk potentiell in jedem Smartphone einnisten kann und sich an anderen Orten weiter entfaltet \u2013 die Zeit daf\u00fcr ist nun, nach 100 Jahren, der Anf\u00e4nge des Genregrenzen einrei\u00dfenden Bauhauses, gekommen.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt wird die Ausstellung mit gro\u00dfformatigen Zeichnungen und den Videoinstallationen <em>vitreous<\/em>, <em>tarnish<\/em> und <em>sfumato<\/em>. Die beiden letzteren sind erstmalig in Deutschland zu sehen. In ihnen widmet sich Seidel dem \u00dcbergang von Konzepten aus Malerei und Skulptur in ein bewegtes Bild und dessen R\u00fcckverbindung mit dem realen Raum.<\/p>\n<p>Viele der gezeigten Arbeiten in der Galerie im Kunsthaus Erfurt entstanden in Kooperation mit dem Hamburger Komponisten Nikolai von Sallwitz und den Miller Studios in Jena, mit denen Seidel seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet.<\/p>\n<p>1 <em>Vision in Motion<\/em>, L\u00e1szl\u00f3 Moholy-Nagy, 1947, Institute for Design, Chicago<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gef\u00f6rdert durch die Th\u00fcringer Staatskanzlei, Abteilung Kultur und Kunst und die Kulturdirektion der Stadt Erfurt, im Rahmen des kulturellen Jahresthemas 2018 \u201eBild(er) deiner Stadt\u201c. Mit freundlicher Unterst\u00fctzung der HYPO-KULTUR- STIFTUNG. Die Augmented-Reality-Arbeit von Robert Seidel wurde durch die Kulturstiftung des Freistaats Th\u00fcringen gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.shortfilm.de\/robert-seidel-labor-fuer-das-erhabene\/\">https:\/\/www.shortfilm.de\/robert-seidel-labor-fuer-das-erhabene\/<\/a><\/p>\n<p>Abb.: Robert Seidel,<em> Sfumato<\/em><em>, <\/em>D\/USA, 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Freitag, 25. Januar 2019, 19 Uhr Zur Finissage der Ausstellung \u00bbIOR &#8211; Index of Refraction\u00ab findet ein K\u00fcnstlergespr\u00e4ch mit Robert Seidel in der Galerie im Kunsthaus Erfurt statt. Hierzu laden wir herzlich ein. 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