{"id":492,"date":"2008-10-10T14:01:32","date_gmt":"2008-10-10T12:01:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=492"},"modified":"2011-11-11T14:58:58","modified_gmt":"2011-11-11T12:58:58","slug":"lagerfeuer-am-phantomsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=492","title":{"rendered":"Lagerfeuer am Phantomsee"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/lagerfeuer-am-phantomsee.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1465\" title=\"lagerfeuer-am-phantomsee\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/lagerfeuer-am-phantomsee.jpg\" alt=\"lagerfeuer-am-phantomsee\" width=\"382\" height=\"277\" \/><\/a><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #888888;\">Ursula D\u00f6bereiner, Dirk Krecker<\/span><\/h3>\n<p>3-D Zeichnungen, typewriter drawings<br \/>\n14. Oktober -14. November 2008<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Er\u00f6ffnung: 10. Oktober\u00a0 2008, 20 Uhr mit Livemusik von Bj\u00f6rn Prek\u00e4r und Captain Fiasko<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/ausstellungsansicht-krecker.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1359\" title=\"ausstellungsansicht-krecker\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/ausstellungsansicht-krecker.jpg\" alt=\"ausstellungsansicht-krecker\" width=\"500\" height=\"332\" \/><\/a><br \/>\nLagerfeuer am Phantomsee, Ursula D\u00f6bereiner, Dirk Krecker<br \/>\nAusstellungsansicht, Kunsthaus Erfurt, 2008, Foto: Falko Behr<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/ursuladoebereiner.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1360\" title=\"ursuladoebereiner\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/ursuladoebereiner.jpg\" alt=\"ursuladoebereiner\" width=\"500\" height=\"332\" \/><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"><br \/>\n<\/span>Lagerfeuer am Phantomsee, Ursula D\u00f6bereiner, Dirk Krecker<br \/>\nAusstellungsansicht, Kunsthaus Erfurt, 2008, Foto: Falko Behr<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/dirk-krecker.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1361\" title=\"dirk-krecker\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/dirk-krecker.jpg\" alt=\"dirk-krecker\" width=\"500\" height=\"311\" \/><\/a><br \/>\nLagerfeuer am Phantomsee, Ursula D\u00f6bereiner, Dirk Krecker<br \/>\nAusstellungsansicht, Kunsthaus Erfurt, 2008, Foto: Falko Behr<\/p>\n<p><br class=\"spacer_\" \/><\/p>\n<p><strong>Ursula D\u00f6bereiner<\/strong><\/p>\n<p>Bilder unserer Zeit: Diese Bilder haben eine doppelte Existenz. Man muss eine 3-D-Brille aufsetzen, dann erscheint Ursula D\u00f6bereiners Motivtapete r\u00e4umlich. Die Linien und Farbfl\u00e4chen &#8211; wie meist bei ihr am Computer geschaffen &#8211; scheinen frei in der Luft zu schweben. Setzt man aber die Brille ab, haben auch die gegeneinander verschobenen Motive in Rot und Gr\u00fcn, die sich im 3-D-Effekt zur plastischen Wirkung verbinden, ihren hohen eigenen Reiz. Der Bildinhalt ist lapidar, aber D\u00f6bereiner kreiert daraus ein magisches Erleben. Es sind modulare Fassadenteile der Sechziger und Siebziger, die sie in Paris fotografierte und dann am Bildschirm mit dem Paintboard &#8220;zeichnete&#8221;. Dazwischen gibt es viele Schriftz\u00fcge, auch sie allt\u00e4gliche Eindr\u00fckke von Stadtwanderungen oder von Plattencovern, im Soft-Stil der Seventies oder in der psychedelischen Ornamentik der Sixties. &#8220;Rolex&#8221;, &#8220;Surf&#8221;, &#8220;tourisme&#8221;, &#8220;mondial&#8221;, &#8220;girl&#8221; oder eine ganze Palette von L\u00e4ndernamen wie aus der Anzeige eines Reiseb\u00fcros &#8211; das ist der Fundus an Worten, die bei D\u00f6bereiner irgendwann haften blieben und nun wieder an die Oberfl\u00e4che kommen. Die Linien der Baudetails und der Buchstaben verschlingen sich, wuchern aus und legen sich in Schichten aufeinander; zudem verdoppelt sich jede grafische Einheit durch die Formverschiebung f\u00fcr den 3-D-Effekt. D\u00f6bereiner fasziniert diese Technik, weil dabei die Bilder erst im zweiten Schritt entstehen und jeder das r\u00e4umliche Erlebnis ganz f\u00fcr sich allein machen muss. So nimmt sie uns mit auf eine imagin\u00e4re Reise durch die reale Welt. Echtes und K\u00fcnstliches, Physisches und Immaterielles gehen bei D\u00f6bereiner ebenso ineinander \u00fcber wie digitale und herk\u00f6mmliche Arbeitsweise. (&#8230;) So wird D\u00f6bereiners Werk zum kontinuierlichen Bildertagebuch unserer Zeit &#8211; abgekl\u00e4rt im Umgang mit den Neuen Medien, unendlich erweiterbar und doch in jedem einzelnen Teil so ber\u00fchrend, wie Kunst nur sein. \u00a0(Sebastian Preuss)<\/p>\n<p>1963 in M\u00fcnchen geboren | 1989-95Kunststudium an der Hochschule der K\u00fcnste Berlin bei Raimund Girke, Meistersch\u00fclerin | ab 1996 Mitglied der K\u00fcnstlerinnengruppe STADT IM REGAL | 2005 Lehrauftrag an der Ecole des Beaux-Arts, Toulouse, Frankreich<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ursuladoebereiner.de\">www.ursuladoebereiner.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Dirk Krecker<\/strong><\/p>\n<p>Echo Oldschool: Aus Dirk Kreckers Skizzen str\u00f6mt Elektrosmog, und es riecht ein bisschen nach Maschinen\u00f6l. Wir befinden uns im Zweifinger-System und fahren es hoch. Der Rechner ist ein Schreiber. Pr\u00e4-Atari, Vor-Commodore. Es muffelt nach oldschool. Es f\u00e4ngt wieder ganz von vorne an. Quasi bei Null. XXX. Plus und Minus. Rattarattaratta. Kling. Die Avantgarde ist laut und braucht die Taste, um direkt zu sein. Sie bedient den ersten Synthesizer, die BeatBox hat noch Hebel. Jeder Schlag ein Treffer, unaufh\u00f6rlich, monoton. Die F\u00fclle ist wichtig. Die Wiederholung existentiell. Nicht nur Andy will eine Maschine sein. Alles Psycho, Pop und Minimal. Die Information reduziert sich zur endlosen Masse. Der Autor ist tot, der arme Poet einsam. Er bringt nichts mehr zu Papier und hockt die ganze Zeit im Internet. Das Original wird immer absurder. Aus dem Netz kommt nichts mehr raus. Tintenstrahl und Laserstrahl machen die Pace. Sie schlucken das Geld und bestimmen das Tempo. Der Erfinder \u00fcberbr\u00fcckt die Kluft. Die Schreibmaschine ist ein Mythos, ein Abgesang auf eine l\u00e4ngst vergessene Epoche. Sie transportiert ein Gef\u00fchl. Im Wesen ist sie ein Insekt. Sie wimmelt. Schon als blo\u00dfer Gegenstand erzeugt sie ein Bild.<\/p>\n<p>Dirk Krecker baut daraus St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ein nebelhaftes Rauschen. Er schreibt lose Manifeste, die aus einem technologischen Off heraus \u00fcber eine mediale Oberfl\u00e4che gleiten. Sie sind Zeichnung und Datei, handgetippte Telegramme, SMS aus der Vorzeit. Die Manuskripte sind technologische Feedbacks, und sie erzeugen ihre Vibration vornehmlich jenseits des Beschreibbaren. Sie speisen sich aus einem Universalbewusstsein und surfen neomelancholisch durch ein RetroSpektrum modernistischer Archive. Sie wirken irgendwie unbeteiligt und distanziert, still und staubig. Trotzdem sind die Bl\u00e4tter \u201ean&#8221;. Sie sind eingeschaltet wie Monitore. Man h\u00f6rt elektronisches Knistern, das Summen einer Bildr\u00f6hre, die T\u00f6ne eines sich einloggenden Modems. Das d\u00fcnne Papier l\u00e4dt sich statisch auf, und aus einem Krisseln und Fiepen heraus generiert sich graphisch eine spezifische Dichte. Was Dirk Krecker tut, ist so etwas wie mediale Arch\u00e4ologie. Er schaufelt sich durch strukturelle und poststrukturelle Landschaften. Ganz ohne Strom erzeugt er pure Spannungszust\u00e4nde auf Din A4. Auf diesem Standard entwirft er quasi mit blo\u00dfen H\u00e4nden eine multimediale \u00dcberlagerung. Aus elektronischer Jetztzeit l\u00e4dt er sich die Bilder und Bez\u00fcge runter und macht daraus altmodische Sciencefiction. Mit seiner klapprigen Zeitmaschine aktiviert er das Papier, formatiert es um, sch\u00f6pft es quasi neu als pseudodigitalen Datentr\u00e4ger. Dirk Krecker ist romantischer Futurist. Retro-Pionier und Techno-Dandy. Er bewegt sich in einem bewusst nicht zeitgem\u00e4\u00dfen Underground\u00a0 und kokettiert fast folkloristisch mit modernen Traditionen. Eine energische Hommage an die radikalen Basics. B\u00fcrokratischer Aktivismus mit grobem Werkzeug. Das Resultat ist aber fein. Die Briefe duften ein St\u00fcck weit nach Nam June Paik. Kommunikation als schlichte Ornamentenflut. Ganz weit weg und in d\u00fcnner Farbigkeit vom Band wehen sie vorbei in analogen Schleiern. Die Bilder setzen sich von selbst zusammen. Bei aller Schlagkraft bleiben sie zarte Dokumente im Kampf gegen ein allgemeines Verschwinden.<\/p>\n<p>(Ingo Gerken)<\/p>\n<p>Dirk Krecker wurde 1972 in Frankfurt\/M. geboren | 1994-98 HFG Offenbach | 1998-2000 HDBK Staedelschule bei Prof. Thomas Bayrle | 2000-2002 HFG Offenbach bei Prof. Heiner Blum und Prof. Manfred Stumpf | 2002 Diplom<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dirkkrecker.de\">http:\/\/www.dirkkrecker.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ursula D\u00f6bereiner, Dirk Krecker 3-D Zeichnungen, typewriter drawings 14. Oktober -14. 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