{"id":546,"date":"2008-02-29T14:51:52","date_gmt":"2008-02-29T12:51:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=546"},"modified":"2015-09-29T23:05:15","modified_gmt":"2015-09-29T21:05:15","slug":"adventures-close-to-home","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=546","title":{"rendered":"Adventures Close to Home"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/grewe-to-home.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1443\" title=\"grewe-to-home\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/grewe-to-home.jpg\" alt=\"grewe-to-home\" width=\"392\" height=\"264\" \/><\/a><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #888888;\">J\u00fcrgen Grewe<\/span><\/h3>\n<p>Malerei<br \/>\n3. &#8211; 28. M\u00e4rz 2008<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zwischen Amok und Koma<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Grewe ist Maler. Seine Malerei ist Plakat, seine Plakate sind Filme. Filme, die besser sind, weil sie gar nicht erst gedreht werden m\u00fcssen. Sie drehen sich von selbst beim Betrachten seiner Bilder. Sie haben keinen Anfang und kein Ende, sie suggerieren nur ein beunruhigendes, unaufh\u00f6rliches \u201eMittendrin&#8221;. Denn wir sind schon inside. Und wir wissen auch nicht, was wir dagegen tun sollen. Wir w\u00fchlen uns st\u00e4ndig selbst Tag f\u00fcr Tag durch diese Art von Bildern. Sie begegnen uns \u00fcberall, sie verfolgen uns und springen uns an. Sie sind vorgefertigt und erprobt, zugeschnitten und angepa\u00dft auf eine scheinbar universelle Sprache und einen absolut realen Reiz. Sie sind perfekte synthetische Teilchen, aufregende Visuals einer konstruierten und funktionalisierten Wirklichkeit. An dieser Stelle setzt der Realismus Grewe\u00b4s an. Er destilliert aus diversen Bildarchiven, Fashionheftchen und Lifestylemagazinen die Standardjungs und M\u00e4dels raus, und gruppiert sie (samt ihrer Posen, Gesten, Blicke) zu imagin\u00e4ren Freundeskreisen, zu naiven Teeniecliquen, die in jugendlicher Aufbruchsstimmung innehalten und verkl\u00e4rt auf ihre\u00a0 Chance warten. Und warten. Und warten. Sie scheinen konzentriert zu sein, voller Unschuld, und bereit f\u00fcr das ganz gro\u00dfe Erlebnis. Und Grewe gibt es ihnen.<br \/>\nEr greift sich typische Motivfragmente aus dem Mainstream heraus und t\u00fcrmt sie auf zu kristallinen Scherbenhaufen und hochdramatisierten Bilderbergen. Im heroischen Stil klassischer Filmplakatkunst entwirft er k\u00fchne Seifenopern und malt verf\u00fchrerische Popikonen einer drauflosdonnernden Durchschnittlichkeit. Er legt das schnelle Leben in die H\u00e4nde von Normalos und beschreibt so das StarSpektakel als Billigtraum von Jedermann.<br \/>\nDoch die auf den ersten Blick noch eindeutigen Klischee-Collagen sind so gebaut, da\u00df sich alle Akteure (auch die Betrachter) im assoziativen Unterholz verlaufen. Hier gibt es keine Richtung mehr, die Spuren der bekannten Abziehbilder f\u00fchren in eine erz\u00e4hlerische Leere. Man befindet sich in einem Eye-Catch-Labyrinth aus dem es viele Wege, aber keinen Ausweg gibt. Alle eventuellen Handlungsstr\u00e4nge, die sich aus dem Storyboard ergeben, werden vom K\u00fcnstler wieder abgeschnitten, aufgehoben oder ins Surreale umgelenkt. Die formale Schichtung dieser Nichtgeschichten ergibt sich in den Bildern vor allem durch \u201elesbare&#8221; Fokuswechsel von realem Ma\u00dfstab, malerischer G\u00fcte und farblicher Intensit\u00e4t. Folgt man diesen komponierten Tracks und Tricks, landet man wieder da, wo man sowieso schon ist: In einer zum fortschrittlichen Lebensstil weich aufgebauschten Orientierungslosigkeit, die viele Versprechungen macht und keine davon h\u00e4lt. Man ist umstellt. Von einer aufreizenden Dynamik, die sich als wiederholbare und austauschbare Endlosschleife des Banalen entpuppt. Diese Schleifen haben tausend Namen. J\u00fcrgen Grewe nennt sie meistens \u201eUntitled&#8221;.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ingo Gerken<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Grewe, 1969\u00a0 in M\u00fcnster geboren,\u00a0 lebt \u00a0und arbeitet in Berlin<br \/>\n1990-1997 Freie Kunst an der Fachhochschule \u00a0Hannover,<br \/>\n1996 Meistersch\u00fcler,<br \/>\n1999-2000 Ausbildung Multimedia Produzent bei L4 Institut \u00a0f\u00fcr neue Medien, Berlin<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1126\" title=\"webAusstellungsansicht\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/webAusstellungsansicht.jpg\" alt=\"webAusstellungsansicht\" width=\"492\" height=\"441\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: x-small;\">Ausstellungsansicht, J\u00fcrgen Grewe, <em>Adventures Close to Home<\/em>, Kunsthaus Erfurt, 2008<\/span><\/p>\n<div style=\"display: none;\"><a title=\"at home jobs for moms\" href=\"http:\/\/jobs-workingfrom-home.com\/\">at home jobs for moms<\/a><\/div>\n<div id=\"yui3-css-stamp\" style=\"position: absolute !important; visibility: hidden !important;\"><\/div>\n<div id=\"s2s\">\n<div id=\"s2s-flyout\" class=\"s2s-flyout-row dialog-box bottom\" style=\"left: 0px; top: -38px;\">\n<div id=\"hover-mask\"><\/div>\n<ul>\n<li id=\"searchlight-search\" class=\"searchlight-search blr4 brr4\"><a class=\"blr4 brr4\" title=\"Web Search\" target=\"_self\"><span id=\"Web Search\">\u00a0<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p><a id=\"s2s-dummy-link\" class=\"s2s-hide\" target=\"_blank\"><\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcrgen Grewe Malerei 3. &#8211; 28. 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