{"id":555,"date":"2008-01-10T15:07:23","date_gmt":"2008-01-10T13:07:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=555"},"modified":"2016-05-06T18:17:56","modified_gmt":"2016-05-06T16:17:56","slug":"co-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=555","title":{"rendered":"CO &#038; CO"},"content":{"rendered":"<div style=\"display: none;\"><a title=\"home care jobs\" href=\"http:\/\/homebased-jobs.net\/\">home care jobs<\/a><\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/co-und-co.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1442\" title=\"co-und-co\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/co-und-co.jpg\" alt=\"co-und-co\" width=\"382\" height=\"192\" \/><\/a><\/p>\n<h3><span style=\"color: #888888;\">Jens Engelhardt, DAG<\/span><\/h3>\n<p>Skulpturen, Malerei<br \/>\n14. Januar &#8211; 27. Februar 2008<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Ausstellung CO &amp; CO im Projektraum | Kunsthaus Erfurt ist die vierte gemeinsame Ausstellung von DAG und Jens Engelhardt. Das Interesse am k\u00fcnstlerischen Ansatz des Anderen und die Offenheit, Eingriffe in die eigene Arbeit zuzulassen, sind die Basis der Zusammenarbeit. F\u00fcr beide K\u00fcnstler ist dieses eine zentrale Arbeitsweise, die auch mit anderen K\u00fcnstlern wie Jim Avignon oder Manfred Pernice einge\u00fcbt wurden. Erscheinen DAGs Arbeiten zun\u00e4chst wie Wandmalerei zu Engelhardts Skulpturen, so entstehen beim l\u00e4ngeren Betrachten der Ausstellung neue Schnittmengen. Das Potential der Arbeiten wird deutlicher freigelegt. Vorbilder liefern das barocke Welttheater genauso wie die klassische Moderne.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/webimg.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-567\" title=\"webimg\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/webimg-536x409.jpg\" alt=\"\" width=\"536\" height=\"409\" srcset=\"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/webimg-536x409.jpg 536w, https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/webimg.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 536px) 100vw, 536px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">Ausstellungsansicht, Jens Engelhardt, DAG, <em>CO&amp;CO<\/em>, <\/span><span style=\"font-size: x-small;\">Projektraum|Kunsthaus<\/span><span style=\"font-size: x-small;\"> Erfurt, 2008, Foto: Falko Behr<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jens Engelhardt<\/p>\n<p>Als Steinmetz und fig\u00fcrlicher Bildhauer ausgebildet, hat Jens Engelhardt \u00fcber Jahre in den Bereichen Installation, Film, Video und\u00a0 3D-Animation gearbeitet. Auf verbl\u00fcffend unmittelbare Art bewegen sich einige der im Erfurter Projektraum im Kunsthaus zu sehenden Arbeiten zur\u00fcck zu den gro\u00dfen Traditionen der Bildhauerei. Ein lebensgro\u00dfer stehender m\u00e4nnlicher Akt mit Affen oder eine Portr\u00e4tb\u00fcste mit stark ausgearbeiteten bewegten Lokken, beide aus Gips, greifen traditionelle Formate und Materialien der klassischen und der barocken Bildhauerei auf. Der wei\u00dfe Gips l\u00e4sst an Abgusssammlungen denken, die die Entwikklung der abendl\u00e4ndischen Skulptur \u00fcber Jahrhunderte gepr\u00e4gt haben. Die erw\u00e4hnte m\u00e4nnliche Portr\u00e4tb\u00fcste mit merkw\u00fcrdig proportionierten Gesichtsz\u00fcgen tr\u00e4gt dann auch den in moderner Typografie gehaltenen Schriftzug &#8220;ROME&#8221; auf dem R\u00fccken und verweist damit auf das Mekka der klassischen Skulptur.\u00a0 Durch das Kopieren barocker Sandsteinfiguren und Bauk\u00f6rper im Rahmen architekturbezogener Rekonstruktionen wurden die bildhauerischen Mittel von Jens Engelhardt geschult.<br \/>\nAus den Reflexen auf die Traditionen der Skulptur kann der K\u00fcnstler sich uneingeschr\u00e4nkt positiv auf alle Dimensionen von Nachahmung beziehen und einen unbek\u00fcmmerten Umgang mit den Werken, Formaten und M\u00f6glichkeiten der klassischen Bildhauerei pflegen.<br \/>\nDiese leben von merkw\u00fcrdigen Eingriffen und Verschiebungen. Das ornamenthaft ausgearbeitete Fell der Skulptur eines wild kletternden Affen oder die bewegten Haare der Portr\u00e4tb\u00fcste etwa l\u00f6sen sich ab von der Ebene der fig\u00fcrlichen Darstellung und f\u00fchren ein surreales Eigenleben. Auch wurde in die B\u00fcste auf der H\u00f6he des Brustkorbes ein abstraktes Formelement, eine gro\u00dffl\u00e4chige runde Scheibe eingearbeitet, die sich jeder Art von vorschnellen Erkl\u00e4rungen verweigert.<\/p>\n<p>Die in der Ausstellung gezeigte abstrakte Skulptur &#8220;Kiepe&#8221; ist vielleicht der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der fig\u00fcrlichen Arbeiten. Sie steht in engem Zusammenhang mit Jens Engelhardts Skulpturen und Rauminstallationen der neunziger Jahre, die aus industriell gefertigten Materialien gebaut waren. &#8220;Kiepe&#8221; besteht ebenfalls aus Gips. Die Arbeit ist ein Abguss von Plastikwannen, die einen turm\u00e4hnlichen Quader ergeben. In diese abstrakte Form ist unten links ein alter Porzellanteller eingearbeitet, auf\u00a0 dem Weintrauben dargestellt sind.<br \/>\nGlaubt man im ersten Moment ein vertrautes Objekt (eine Pyramide? Einen Kamin?) zu sehen, scheitert der Wiedererkennungseffekt bei l\u00e4ngerer Betrachtung am R\u00e4tselhaften.<br \/>\nIn diesem Sinne l\u00e4sst sich eine Arbeit wie &#8220;Kiepe&#8221; auch als Instrumentarium verstehen, mit dessen Hilfe die fig\u00fcrlichen Skulpturen anders gesehen und tiefer durchdrungen werden k\u00f6nnen. Befreit von ihrer allzu schnellen Indienstnahme als &#8220;Dummies&#8221; des Wirklichen, aber auch von langweiligen traditionsbewussten Rezeptionsgewohnheiten oder vermeintlich provokativen grotesken Verzerrungen, begegnet die gegenst\u00e4ndliche Figur dem Betrachter hier konkret und abstrakt zugleich. Durch das Konkrete der Form und der handwerklichen Arbeit hindurch scheint das Abstrakte der bildhauerischen Idee. Die in den Arbeiten der Ausstellung so sichtbar werdenden Projektionen von Vergangenem auf Gegenw\u00e4rtiges und von Gegenw\u00e4rtigem auf Vergangenes fragen nach zuk\u00fcnftigen Formen und M\u00f6glichkeiten der Skulptur.\u00a0\u00a0 Dr. Susanne M\u00e4rtens, Berlin<\/p>\n<p>DAG<\/p>\n<p>DAGs Kunst operiert an den Peripherien von k\u00fcnstlerischen Gattungsgrenzen. Sie aktiviert Potentiale zum Br\u00fcckenschlag zwischen Malerei und Zeichnung, Konzeption und Meditation, zwischen Punkt, Linie und Farbe. Es ist eine Kunst, die mit den Mitteln der Industrie arbeitet, zu den Bedingungen der elektronischen Wirklichkeit, in der Regie subjektiver Wahrnehmung. Mit seinen Zeichnungen, Bildern und Wandarbeiten tangiert DAGs Kunst bildnerische Bereiche, die man im Sinne einer Theorie des Hybriden er\u00f6rtern kann. &#8230; Voraussetzungen f\u00fcr die Arbeiten DAGs finden sich sowohl in der Kunst der Moderne, wie in den Formen aktueller Sound- und Rhythmuskompilationen. Zwar ist Musik f\u00fcr DAG keine Parallelsprache zur bildenden Kunst, aber sie pr\u00e4gte seine Vorstellungen von Seriellem und Tektonischem. DAG kommt in seinen Arbeiten zu visuellen Ergebnissen, die eine \u00e4u\u00dferliche Verwandtschaft zu Werken der konstruktivistischen und protominimalistischen Moderne des 20. Jahrhunderts besitzen, etwa zu den Arbeiten von Mitgliedern der Gruppen &#8220;circle et carr\u00e9&#8221; und &#8220;abstraction-cr\u00e9ation. Doch ist diese Beziehung nur von oberfl\u00e4chlicher Art, weil die seiner Kunst zugrunde liegende Matrix nicht aus den Konsequenzen der Moderne resultiert, sondern auf Systeme zeitgen\u00f6ssischer Bild- und Zeichensetzung rekurriert. Von daher wirken auch Street-Art und Graffiti auf DAG anregend. Die Substruktur f\u00fcr DAGs eigene k\u00fcnstlerische Entwicklung wurde in der Clubszene Berlins erfunden, das technische Material f\u00fcr seine Kunst stammt aus den Magazinen des B\u00fcrobedarfs, aus Superm\u00e4rkten und Zeemann-L\u00e4den. Darum finden DAGs Arbeiten ihre Referenz in technischen Standards und reflektieren die bizarre Gegenwart aus der Perspektive von Pop\u00e4sthetik und medialer Optik. Inzwischen geht es DAG &#8220;um die Suche nach der einfachen Anschauungsweise, um Einfaches, das schwer zu finden und darzustellen ist&#8221;. Diese \u00c4u\u00dferung bezieht sich auf die formal\u00e4sthetische Seite seiner Arbeit, trifft aber ebenfalls auf das von ihm verwendeten Material zu, denn DAGs k\u00fcnstlerischer Einsatz von massenhaft Angebotenem, wie etwa Edding-Markern, Klebepunkten, Plastikstreifen, Teefiltern, Schusspflastern, Verpackungsmaterial, Strohhalmen aus Plastik und anderem genormten Material aus dem Bereich von B\u00fcrobedarf und industrieller Produktion besitzt ebenfalls den Aspekt der Einfachheit, sind doch diese genormten Produkte keine vermeintlich per se mit Sinn und Bedeutung aufgeladenen Werkstoffe, wie etwa der Marmor aus Carrara.<\/p>\n<p>Aus diesem Werkansatz &#8211; dem Hang zum Einfachen und Standardisierten &#8211; erkl\u00e4rt sich ebenfalls die Verwendung von Standardbildformaten f\u00fcr seine Arbeiten, die zuerst im Format 50&#215;50 cm entstanden sind, heute meist in den Ma\u00dfen 80&#215;80 cm, 115&#215;115 cm sowie 150&#215;150 cm produziert werden. DAG punktiert mit Filzstiften aufgespannte Leinw\u00e4nde und Nesseluntergr\u00fcnde. Tausende einzelner Punkte bilden dabei Formen, die an Mikroorganisches, an Am\u00f6ben und Zellstrukturen denken lassen. Die kleinen Punkte verdichten und \u00fcberlagern sich auf der Fl\u00e4che und kreieren im helldunkel ihrer Erscheinung auf dem wei\u00dfen Untergrund ungef\u00e4hre Vorstellungen von Landschaften, Wolkengebilden und Vulkanausbr\u00fcchen. Vorlagen f\u00fcr solche, ausschlie\u00dflich aus Punkten und wei\u00dfen Passagen bestehenden Bilder, findet DAG im Internet oder in Zeitungen. Sie stellen f\u00fcr den K\u00fcnstler Bildanregungen dar und werden vom ihm frei interpretiert, nicht jedoch kopiert: &#8220;Je schlechter die Vorlage&#8221;, sagt DAG, &#8220;umso besser l\u00e4sst sich damit arbeiten&#8221;. Manche Bildtitel dieser pointilistischen Marker-Zeichnungen zitieren Titel der romantischen Kunstepoche, als sich K\u00fcnstler malend und zeichnend der Natur und der Landschaft n\u00e4herten, als sie sich Natur und Landschaft k\u00fcnstlerisch aneigneten. Oft bezeichneten die K\u00fcnstler der Romantik in ihren Werktiteln den dargestellten Ort, so auch DAG &#8211; seine Punktbilder tragen Titel wie &#8220;Nahe Kyritz&#8221;, &#8220;Vor L\u00fcneburg&#8221; oder &#8220;Bei Jena&#8221;, doch sind diese Titel durchaus in einem ironischen Sinn zu verstehen. In dieser Serie und in dieser Technik entstehen neben den an die Romantik erinnernden Landschaften auch immer wieder Katastrophenbilder, die Feuersbr\u00fcnste, Vulkanausbr\u00fcche und Hurrikans zeigen. Es sind Bilder einer Natur, deren Gleichgewicht durch den Menschen gest\u00f6rt wurde, und in diesem Sinne als Kritik am vermeintlich Gegebenen und an der Ignoranz der Verantwortlichen zu begreifen.\u00a0\u00a0 Peter Funken<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>home care jobs Jens Engelhardt, DAG Skulpturen, Malerei 14. Januar &#8211; 27. 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