{"id":775,"date":"2007-03-17T00:06:42","date_gmt":"2007-03-16T22:06:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=775"},"modified":"2015-09-29T23:21:57","modified_gmt":"2015-09-29T21:21:57","slug":"form-fit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=775","title":{"rendered":"FORM -FIT"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/form-fit.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1435\" title=\"form-fit\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/form-fit.jpg\" alt=\"form-fit\" width=\"382\" height=\"540\" \/><\/a><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #888888;\">Andrea Pichl<\/span><\/h3>\n<p>Installation<br \/>\n17. M\u00e4rz &#8211; 20. April 2007<\/p>\n<p><!--more-->\u201eJust when I think I\u2019m winning,<br \/>\nWhen I\u2019ve broken every door<br \/>\nThe ghosts of my life<br \/>\nBlow wilder than before\u201c<br \/>\nJapan<\/p>\n<p>Jeder lebt in seiner eigenen Welt, tr\u00e4gt Erinnerungen und Bilder in sich, die immer wieder zur\u00fcck an die Oberfl\u00e4che des Bewusstseins dr\u00e4ngen. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft \u2013 das alles sind nur unterschiedliche Aggregatzust\u00e4nde des Seins, die sich einer klar umrissenen Abgrenzung verweigern. Wenn wir eine Situation erleben, spuken uns immer auch die Bilder des Erlebten und Gesehenen im Kopf herum und oft sind es gerade die kleinen unbedeutenden Situationen, Orte, Ger\u00e4usche, die sich sp\u00e4ter als Wiederg\u00e4nger entpuppen.<br \/>\nAndrea Pichl zeigt in ihren Arbeiten das Versatzst\u00fcckhafte unserer Welt und bedient sich dabei des Mittels der Collage, die \u2013 das behaupteten schon die Dadaisten \u2013 einzig<br \/>\ngeeignet erscheint, der Realit\u00e4t gerecht zu werden. In raumgreifenden Installationen und auf Bildcollagen durchdringen sich spielerisch die verschiedenen Ebenen des hier und jetzt, des dort und damals, des high und low. Vergangenheit und Gegenwart, Osten und Westen, Kommunismus und Konsumismus ringen miteinander. Die verlorenen Utopien der russischen Konstruktivisten und die Realit\u00e4t der DDR-Betonfassadengestaltung mischen sich mit den allseits bekannten Stoffmustern schwedischer M\u00f6belh\u00e4user, Werbeslogans, subversivem Liedgut, den Ausw\u00fcchsen der Trash-Kultur, verblassenden Ikonen und den Menschen eines ganzen Jahrhunderts. Die Umsetzung ihrer Raumfindungen mit billigsten Materialien \u2013 Pappe, Sperrholz, Folie \u2013 mag als Kommentar der K\u00fcnstlerin zur Haltbarkeit so mancher Utopie verstanden werden.<br \/>\nEs w\u00e4chst zusammen, was nicht zusammengeh\u00f6rt. Dabei durchlaufen die von Andrea Pichl collagierten Elemente, die Architektur- und Skulpturfragmente, vielf\u00e4ltige Transformationen.<br \/>\nSo wird eine Potsdamer Au\u00dfenraumskulptur mit einer der Marx\u2019schen Feuerbachthesen zum Worttr\u00e4ger f\u00fcr die Sex Pistols: \u201eI am an antichrist (&#8230;) I wanna destroy the passerby \u00b4Cause I wanna be anarchy in the city\u201c. An anderer Stelle vereint sich eine, der gl\u00e4sernen Blume des Palasts der Republik nachempfundene Skulptur mit einem Stoffmuster von Ikea.<br \/>\nUnd drei athletische Blondsch\u00f6pfe des sowjetischen Malers Alexander Dejneka sitzen vor einer Plattenbau-Filiale von Getr\u00e4nke-Hoffmann und betrachten ein Flugzeug am blauen Himmel. Pichls Bildfindungen beherbergen auch autobiographische Fragmente: So trifft die K\u00fcnstlerin mit Schwester, aufgenommen an einem 1. Mai der fr\u00fchen 70er Jahre in Moskau, auf die Handy- und Coffee-to-go-bewehrten Menschen der Gegenwart.<br \/>\nDie Aushebelung s\u00e4mtlicher Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse stellt den Betrachter vor eine Herausforderung: So entziehen sich altbekannte Elemente \u2013 in ungewohnten Dimensionen und Zusammenh\u00e4ngen, die Grenzen von Ort, Zeit und Gr\u00f6\u00dfe sprengend \u2013 der schnellen Zuordnung. Die einzelnen Fragmente verdichten sich zu Wahrnehmungsclustern, sind dingfest gemachte Cultural Memory.<br \/>\nAndrea Pichls Arbeiten sind dabei weder Retro noch nostalgisch. Im Gegenteil: Indem sie den Blick f\u00fcr unsere Zeit, dieses Puzzle aus verschiedenen Realit\u00e4ten und Orten, aus Vergangenem und Neuem, sch\u00e4rfen, behaupten sie eine hoch aktuelle k\u00fcnstlerische Position. Sie sind die Collage gewordene Erkenntnis, dass sich Alltagsgeschichte, selbst wenn sie nur vierzig Jahre w\u00e4hrt, nicht in Luft aufl\u00f6sen kann, sondern weiter wirkt und uns t\u00e4glich begegnet.<br \/>\nPetra Stegmann<\/p>\n<div style=\"display: none;\"><a title=\"work from home jobs in ma\" href=\"http:\/\/workfrom-home-jobs.net\/\">work from home jobs in ma<\/a><\/div>\n<div id=\"yui3-css-stamp\" style=\"position: absolute !important; visibility: hidden !important;\"><\/div>\n<div id=\"s2s\">\n<div id=\"s2s-flyout\" class=\"s2s-flyout-row dialog-box bottom\" style=\"left: 0px; top: -38px;\">\n<div id=\"hover-mask\"><\/div>\n<ul>\n<li id=\"searchlight-search\" class=\"searchlight-search blr4 brr4\"><a class=\"blr4 brr4\" title=\"Web Search\" target=\"_self\"><span id=\"Web Search\">\u00a0<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p><a id=\"s2s-dummy-link\" class=\"s2s-hide\" target=\"_blank\"><\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andrea Pichl Installation 17. 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