{"id":780,"date":"2007-08-25T00:37:31","date_gmt":"2007-08-24T22:37:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=780"},"modified":"2015-09-29T23:14:05","modified_gmt":"2015-09-29T21:14:05","slug":"vom-tagesschonen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/?p=780","title":{"rendered":"Vom Tagessch\u00f6nen"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/tagesschoen.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1438\" title=\"tagesschoen\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/tagesschoen.jpg\" alt=\"tagesschoen\" width=\"382\" height=\"540\" \/><\/a><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #888888;\">Jana Seehusen<\/span><\/h3>\n<p>Zeichnungen, Montage, Installation<br \/>\n25. August &#8211; 21. September 2007<!--more-->MITTEN IM VERSUCHSFELD: Wenn man versucht, sich den k\u00fcnstlerischen Arbeiten von Jana Seehusen zu n\u00e4hern, f\u00e4llt die Wortwahl nicht von ungef\u00e4hr auf das Begriffsfeld des Versuchs, denn sowohl ihre Selbstbeschreibungen der eigenen Arbeitsweise als auch ihr Umgang mit dem ausgew\u00e4hlten Material erinnern an eine Labort\u00e4tigkeit im Bereich mentaler Produktion und Rezeption. Hier ist von Basismaterial und Substraten die Rede, von Fragmenten und vom Prozess, von Isolation und Montage.<\/p>\n<p>Der erste t\u00e4tige Schritt beinhaltet die aufmerksame Wahrnehmung des Allt\u00e4glichen, den Blick auf die best\u00e4ndige Benachrichtigung in Gestalt der Tageszeitung, der das Bild in Abkopplung vom Text abgerungen wird. Darauf folgen das Ausstanzen, Markieren und Isolieren als n\u00e4chste Schritte, in denen allererst die Eigenheiten und Materialit\u00e4ten von Bild und Text in ihrer Sch\u00f6nheit und ihrem Schrecken ausgestellt werden. Die sehr eigene Bildsprache und eine fast poetisch zu nennenden Kreativit\u00e4t bei der Wahl der \u00dcberschriften in der bearbeiteten Zeitung erleichtern hierbei die Suche nach der \u00e4sthetischen Qualit\u00e4t des aufgefundenen Materials. Doch der n\u00e4chste Schritt steht noch aus: die Re-Komposition nach der De-Konstruktion.<\/p>\n<p>All diese Schritte lassen sich in den Arbeiten von Jana Seehusen in verschiedenen Stadien und neu montierten Formen finden. In den von der K\u00fcnstlerin so genannten Substraten \u2013 den Tages- oder \u00dcberschriftensubstraten (\u201evom tagessch\u00f6nen\u201c) \u2013 werden beispielsweise die vorgefundenen Textfragmente zu neuen und narrativen Linien zusammengesetzt. Diese Linien finden sich in anderen Arbeiten, den \u201ewortbars\u201c, als Konstellationen wieder, spinnennetzartig und sternenbildergleich. In Weiterf\u00fchrung werden immer aufs Neue alle orientierenden Informationen geschw\u00e4rzt: kein Name, keine Schlagzeile, kein Hinweis auf Zuordnung \u00fcberdauert (in \u201ewortbar_04\u201c). Doch die ausgestrichenen, negierten, dem Blick entzogenen Textteile sind nicht verloren, tauchen an anderer Stelle in neuer Anordnung wieder auf, entkoppelt, dekonstruiert, neu zusammengesetzt und dem umherwandelnden Besucher zu Geh\u00f6r gebracht. Denn ma\u00dfgeblich und notwendig bezieht jedes dieser Formate den Betrachter, Zuh\u00f6rer und Ausstellungsgast auf unterschiedliche Weise in die installierten Versuchsanordnungen mit ein. In der audio-visuellen Arbeit \u201eich ist eine andere\u201c findet man sich beispielsweise inmitten einer choreographierten Rauminstallation wieder, in der man zum Teil der Anordnung wird, angeleitet durch die narrativen Fetzen der nun neu h\u00f6rbaren und durch den Raum huschenden Textfragmente. Die neuesten Arbeiten, die Panoramabilder der Serie \u201eendlich diese wirklichkeit\u201c, setzen wiederum die Auseinandersetzung mit dem Stereotyp, mit den Bildcodes der verwendeten und auf \u00c4hnlichkeiten untersuchten Pressebilder fort. Was sich in \u201efeindbar\u201c in Bewegung befand, wird hier im Panoramabild fest-gestellt und auf diese Weise allererst sichtbar gemacht: die an uns vorbeiziehenden Horizonte medialer Inszenierungen.<\/p>\n<p>Dabei stellen alle diese Versuche tats\u00e4chlich Angebote dar, die eher Potentiale ausloten, als festgelegte Lesarten nahe zu legen. So bleiben sie spielerische Offerten, die \u2013 gem\u00e4\u00df dem mehrfach in den Titeln verwendeten Suffix \u201a-bar\u2019 (\u201ewortbar\u201c, \u201efeindbar\u201c) \u2013 etwas M\u00f6gliches anzeigen im Gegensatz zu etwas Eindeutigem. (&#8230;) Es kann sich nur um eine Suche handeln, und zwar um die nach dem Schwung der eigenen Signatur im Labor der Realit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Veronika Darian<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1124\" title=\"web-jana\" src=\"http:\/\/www.kunsthaus-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/web-jana.jpg\" alt=\"web-jana\" width=\"492\" height=\"245\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: x-small;\">Ausstellungsansicht, Jana Seehusen, <em>Vom Tagessch\u00f6nen<\/em>, <\/span><span style=\"font-size: x-small;\">Projektraum|Kunsthaus<\/span><span style=\"font-size: x-small;\"> Erfurt, 2007<\/span><\/p>\n<div style=\"display: none;\"><a title=\"apply for jobs online\" href=\"http:\/\/online-jobs-fromhome.com\/\">apply for jobs online<\/a><\/div>\n<div id=\"yui3-css-stamp\" style=\"position: absolute !important; visibility: hidden !important;\"><\/div>\n<div id=\"s2s\">\n<div id=\"s2s-flyout\" class=\"s2s-flyout-row dialog-box bottom\" style=\"left: 0px; top: -38px;\">\n<div id=\"hover-mask\"><\/div>\n<ul>\n<li id=\"searchlight-search\" class=\"searchlight-search blr4 brr4\"><a class=\"blr4 brr4\" title=\"Web Search\" target=\"_self\"><span id=\"Web Search\">\u00a0<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p><a id=\"s2s-dummy-link\" class=\"s2s-hide\" target=\"_blank\"><\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jana Seehusen Zeichnungen, Montage, Installation 25. 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