30 Apr 2010

das humboldt – ding

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Trevour Gould // Reiner Maria Matysik // Michael Wagener

4. Mai – 11. Juni 2010

 

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem gutleut verlag, Frankfurt/M. im Rahmen des Projekts neuer atlas.

Lange Nacht der Museen: 28. Mai 2010, 20-24 Uhr
Dauerführung: Die Kunsthistorikerin und Lektorin des gutleut verlags Christine Taxer (Frankfurt/M.) wird in regelmäßigen Abständen durch die Ausstellung führen.
Dauerlesung: Vorgestellt werden die Bücher „utopie“ von Reiner Maria Matysik, „un monde naturel“ von Trevor Gould sowie „taschenatlas“ und „dauerlandschaft“ von Michael Wagener. Es lesen der Lyriker Marcus Roloff (Frankfurt/M.) und Michael Wagener (Frankfurt/M.).

Die drei Künstler Trevour Gould, Reiner Maria Matysik, Michael Wagener sind Bildhauer und Teilnehmer des Projekts neuer atlas, wobei die künstlerischen und thematischen Querverbindungen zahlreich sind, wie bereits einige gemeinsame Ausstellungsprojekte skizziert haben.

Reiner Maria Matysik beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Lebensformen, die in den verschiedenen Arbeitsfeldern der botanischen Wissenschaftsbereiche angesiedelt sind. In diesem Zusammenhang entstehen beispielsweise z. t. raumgreifende Modelle neuer Pflanzen, sowohl im Bereich der Objektkunst wie auch als Rauminstallationen. Erweitert wird sein botanischer Kosmos durch fotografische und filmische Umsetzung seiner Ideen, Texten und Vorträgen sowie Performances und Publikationen. Von ihm sind im gutleut verlag die Bücher „Thailändisches Erbgut“, „sexuelles vegetieren“ und „wesen“ erschienen. Der Textband dazu mit dem Titel „utopie“ ist in Arbeit und wird zur Langen Nacht der Museen innerhalb dieser Ausstellung vorgestellt.

Trevor Gould, in Südafrika geboren und früh im Alter von Anfang zwanzig nach Kanada ausgewandert, ist seit den 1980er Jahren Professor für Skulptur an der Concordia University in Montreal. Sein Thema sind das Wilde und das Zivilisatorische. Seine figürlichen Skulpturen, die nicht selten Metamorphosen aus Tier und Mensch darstellen, werden im Rahmen seiner Arbeit oft mit Modellen verschiedenster Szenarien dieser Begegnungen, vor allem aber mit umfangreichen Aquarell-Serien kombiniert. Man könnte ihn hier als eine Art Zoologen bezeichnen, der sich in seinen Projekten auch immer wieder mit der Historie zivilisatorischer Prozesse in diesem Bereich beschäftigt.

Michael Wagener hat Bildhauerei und Fotografie studiert und bezieht seine thematischen Anregungen hauptsächlich aus der Geografie, vor allem der Kartografie. In Form von Landkartenbildern und Objekten, den so genannten „topografien“, aber auch Fotografien und Texten, sowie Rauminstallationen werden hier neue Formen des Vermessens vorgenommen, die künstlerisch einerseits versuchen, die Welt aufzuzeichnen, sich andererseits scheinbar utopischen Entwürfen verpflichtet fühlen.

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das humboldt ding, Trevour Gould, Reiner Maria Matysik, Michael Wagener
Ausstellungsansichten Kunsthaus Erfurt, 2010
Fotos: Claus Bach