29 Sep 2008

Klub 500 gegründet

Die Debatte über die kulturelle Ausrichtung der Stadt, das fehlende Kulturkonzept, die mangelnde Förderung zeitgenössischer Kunst und die Zukunft des Kunsthauses gewinnt immer mehr an Fahrt.

Anspielend auf die Aussage einzelner Politiker der Stadt, dass diese Kunst sowieso nur einen kleinen Kreis interessiert, gründete sich am letzten Freitag der Klub 500. Bei der Ausstellung Klub 500 mit 55 Künstlern im Kunsthaus Erfurt trugen sich die ersten Mitglieder ins Klubbuch ein.
Der Klub 500 richtete einen Blog ein und lädt für nächsten Donnerstag unter dem Motto „Schatz, wir müssen mal reden.“ zu einem ersten Offenem Podium ab 18 Uhr ins Kunsthaus ein. Dort sollen über ein eigenes Kulturkonzept und die Planung eines Kulturkongresses debattiert werden.

Klub 500 // Manifest

„Viele hundert Euro haben wir in diese Kunst- und Kulturprojekte gesteckt. Man darf nicht außer Acht lassen, dass diese Projekte nur einen kleinen Kreis interessieren.“

Eins „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Thomas Morus (1478-1535)

Zwei Kultur ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Seismographisch reagiert sie auf Dinge, bevor sie explodieren.Sie ist Katalysator unseres Seins. Subjektive Selbstansichten und Selbstbewertungen werden stets aufs Neue hinterfragt. Wie Teile der Etablierten, leistet dies vor allem die nonkonforme Kultur. Sie ist soziale Avantgarde, sich nach gesellschaftlicher Assimilation ständig erneuernd. Alles war Avantgarde.

Drei Der Kub 500 sieht in Erfurt eine mangelnde Unterstützung für aktuelle Tendenzen in Kunst und Kultur. Die Rolle der zeitgenössischen Kunst und ihre Bedeutung für die Gesellschaft wird zu wenig reflektiert. Stattdessen wird der Focus auf historische Ereignisse gelenkt. Erfurt mutiert zu einem Potemkinschen Dorf.

Vier Der Klub 500 vereint Künstler, Kulturschaffende und Kunstinteressierte aus allen Städten mit dem Ziel, zeitgenössische Kunst und Kultur zu fördern. Er versteht sich als Netzwerk, Plattform des Austausches und Lobby. Der Klub 500 ist ein Anfang. Er will die Kommunikation innerhalb und außerhalb der Zirkel intensivieren und Projekte aus allen Bereichen der zeitgenössischen Kunst und Kultur entwickeln, unterstützen und durchführen.

Fünf Der Klub 500 ist keine Organisation im herkömmlichen Sinne, sondern eine Idee. Niemand außer den Handelnden ist für Aktionen verantwortlich. Lauft schneller, die alte Welt ist hinter Euch her.

September 2008

 

Ausstellungseröffnung Klub 500 im Kunsthaus Erfurt

 

Was will der Klub 500?  Verlautbarung Nr. 1 / 26. September 2008

Die wenigen zarten Pflänzchen der Erfurter Kulturszene stehen im Schatten, werden nicht ausreichend gegossen und jetzt steht auch noch der Herbst vor der Tür. Denkt man diese Tendenz zu Ende gibt es bald nur noch Weiß- und Rotkraut als Beilage.

Aber es gibt sie, diese Pflänzchen. Hier und dort sieht man sie, sich einzeln behaupten im trockenen, eisigen Wind der Erfurter Tiefebene. Hier möchte der Klub 500 intervenieren, den Nährboden bereiten und Sonne sein.

Der Klub 500 will die Kommunikation innerhalb der Kulturinteressierten unterstützen, befördern und anschieben. Er ist kein elitärer Verein sondern eine Plattform mit Kompetenz und Fachwissen. Sie soll durch kreative Bürger der Stadt mit Leben gefüllt werden. Schnittmengen müssen erkannt und Synergien entwickelt werden. Alle sind gefragt, ob Künstler, Kulturschaffende, Musiker, Architekten oder Kulturinteressenten. Nieder mit den Konjunktiven – handelt jetzt!

Die Einnahmen werden für Ausgaben genutzt. Einnahmen sind Mitgliedsbeiträge- einfache Mitgliedschaft 10 Euro/ Jahr, Fördermitgliedschaft ab 25 Euro/ Jahr- Die Einlagen werden zur Förderung des neuen geistigen und kulturellen Lebens in Erfurt verwertet. Wir wollen alles – gebt uns mehr.

Darum! Komm, lass dich knuddeln, du kleine Puffbohnen- Metropole. Nie wieder Monarchie! Ab mit den alten Bärten!

 

Klubmitglieder hinter der Krämerbrücke

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